Hans Spanner
öffentlich bestellter und
vereidigter Sachverständiger
der Handwerkskammer
München und Oberbayern
für Maurerhandwerk und Putz.


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Aktuell - Schimmel.

 

 

Schimmel durch falsches Lüften?

Ist Ihr Keller feucht und klamm? Haben Sie Schimmel im Keller? Für Feuchtigkeit im Keller kann es verschiedene Ursachen geben. In diesem Tipp will ich Ihnen die Auswirkungen eines falschen Lüftungsverhaltens erklären. Normalerweise geht man in Wohnräumen davon aus, dass man durch kontinuierliche Lüftung Feuchtigkeit und Schimmel an Wänden vermeiden kann.

Doch was für Wohnräume funktioniert kann für Kellerräume genau das Falsche sein!
Warum?


Bild1Dazu müssen wir uns kurz das Prinzip vergegenwärtigen, d.h. warum durch den sogenannten "Kondensationseffekt" Wasser aus der Luft an Festkörpern kondensiert. Das Prinzip ist einfach - je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen - je kälter die Luft ist, desto weniger Wasser kann sie aufnehmen. Konkret bedeutet das, dass die Luftfeuchtigkeit an kälteren Objekten kondensiert.
Sie kennen diesen Effekt sicherlich aus der eigenen Erfahrung. Sie holen eine gekühlte Flasche Bier aus dem Kühlschrank und stellen sie auf den warmen Balkontisch. Schon nach wenigen Minuten kondensiert die Luftfeuchtigkeit an der Bierflasche - sie ist ringsherum mit Kondenswasser bedeckt.

Der gleiche Effekt tritt ein, wenn Sie Kellerräume im Sommer ständig lüften. Nehmen wir ein Beispiel eines warmen Sommertages: Die Außentemperatur beträgt 25°C und die Luftfeuchte liegt bei 80%. In einem Kubikmeter Luft wären dann 18,5 Gramm Wasser vorhanden. Dringt diese Luft nun in den Keller ein, wird Sie auf etwa 18°C abgekühlt - in anderen Worten - die Luft kann bei diesen Temperaturen schon 3,1 Gramm Wasser weniger aufnehmen.

Was passiert mit diesem Restwasser? Ganz einfach - es kondensiert an den Kellerwänden. Dabei kondensiert umso mehr Wasser, je größer die Differenz zwischen der Keller- und Außentemperatur ist.

Da der Keller den ganzen Tag im Sommer über kälter als die Umgebung ist, schlägt sich dort kontinuierlich immer mehr Wasser an den Wänden nieder. Das Ergebnis ist vorprogrammiert - der Keller wird immer feuchter und schimmelt! Es passiert genau dasselbe wie mit Ihrer Bierflasche - nur dass das Mauerwerk anfangs die Feuchtigkeit noch aufsaugt. Sobald Sie keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, steht Wasser am Boden und die Luft wird immer feuchter und klammer.

Prinzipiell würde der gegenteilige Effekt eintreten, wenn Sie die Kellerräume im Winter lüften. Denn dann liegt der Fall vor, dass es im Keller wärmer als draußen ist, d.h. die wärmere Kellerluft nimmt wieder mehr Wasser auf bzw. das aufgenommene Wasser kondensiert dann Draußen, sobald es von der Umgebungstemperatur entsprechend abgekühlt wurde. Das Problem ist meist nur, dass man im Keller Wasserleitungen hat, die einfrieren könnten, so dass man im Winter nicht kontinuierlich lüften kann.

Die Faustregel lautet also:
Im Sommer wird der Keller durch Dauerlüften immer feuchter - und - im Winter wird der Keller durch Dauerlüften immer trockener!

Was Sie gegen Feuchtigkeit im Keller tun können:
Falls die Feuchtigkeit in Ihrem Keller auf diese Weise entstanden ist, so könnten Sie folgendes probieren.

Schließen Sie alle Kellerfenster und heizen sie den Keller (z.B. mit einem Heizlüfter) auf.

Sobald er richtig warm ist (er muss deutlich wärmer sein als die Außentemperatur), öffnen sie die Fenster und lassen Sie - die mit Feuchtigkeit gesättigte Luft - heraus.

Wenn der Keller dann wieder Außentemperaturen hat, wieder die Fenster schließen und die ganze Prozedur wiederholen.

Ist der Keller nach einigen Durchgängen dann endlich trocken, so schließen Sie die Kellerfenster, so dass keine neue Außenluft eindringen kann.

Wenn Sie ihn ab und an lüften wollen, machen Sie das eher abends oder nachts - dann ist es draußen kühler als im Keller, d.h. es besteht dann keine Gefahr, dass sich neues Kondenswasser bilden kann.

Viel Erfolg beim Trockenlegen Ihres Kellers ...